Sparmassnahme: Strassenbeleuchtung abschaffen

Vom Licht ins Dunkel

Vom Licht ins Dunkel

Im Nordschwarzwald gibt es einen Wahlkreis, der eine wackere Frau der SPD in Berlin hat. Und wie das mit dem Politikerleben so ist – man muss was tun für das Geld, das einem bezahlt wird.

Was verdient eine Abgeordnete?

7339 Euro im Monat. Der Betrag wird voll versteuert. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gibt es nicht. Dazu gibt es steuerfrei eine Kostenpauschale in Höhe von 3782 Euro. Davon bezahle ich die Miete für meine Dienstwohnung in Berlin und das SPD-Bürgerbüro in Nagold, außerdem gehen davon die Kosten für Veranstaltungen, Büro und Porto ab und das Benzin für Fahrten zu Terminen im Wahlkreis Calw-Freudenstadt, der von Bad Rippoldsau-Schapbach im Südwesten bis Ostelsheim im Nordosten reicht. Diese Strecke beträgt rund 70 Kilometer.

Frau Gradistanac, welches sind Ihre politischen Schwerpunkte?

Meine politischen Schwerpunkte sind die Gleichstellung der Frau, das Thema Frau und Beruf, Gender Mainstreaming, die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, die Bekämpfung von sexueller Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen, der Kampf gegen Sextourismus, Prostitution, Antidiskriminierung, Familientourismus sowie Kinder- und Jugendtourismus.

Welche Funktionen üben Sie aus?

Ich bin ordentliches Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Tourismus-Ausschuss. Ich bin stellvertretende Sprecherin der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie stellvertretenden tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landesgruppe Baden-Württemberg.

Nun hat Frau Gradistanac aber ihre Schwerpunkte mal verlassen, und sich auf eine andere Ebene begeben – auf jene der Sorge um die Umwelt, das Klima und so weiter. Also hat sie tüchtig nachgedacht und ist auf eine tolle Idee gekommen:

----4. September 2008

Nur stockdunkle Gassen sind günstiger

Renate Gradistanac: Der Bund ruft zum Wettbewerb

für eine sparsame Straßenbeleuchtung auf

Es gibt Stadtteile, in denen es nachts um halb eins stockdunkel wird. Schwäbisch konsequent Strom spart, wer die Straßenlaternen ausschaltet. Alle anderen fordert die SPD-Bundestagsabgeordnete Renate Gradistanac auf, sich am bundesweiten Wettbewerb für eine energieeffiziente Straßenbeleuchtung zu beteiligen. Umgerechnet mehr als zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid fallen pro Jahr bei der Stromgewinnung zur Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Brücken an. „Dieser Wert könnte durch den Einsatz moderner Technik halbiert werden“, schreibt Renate Gradistanac. Bislang würden jährlich aber nur drei Prozent der Straßenbeleuchtung ausgetauscht.

Die Politik will zunächst die Anbieter von Beleuchtungstechnik ermuntern, den Kommunen eine Übersicht über moderne energieeffiziente Technik zu verschaffen. Bei dem im Herbst beginnenden Bundeswettbewerb sind Kommunen aufgefordert, Konzepte zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung vorzulegen. Die besten Konzepte wird die Bundesregierung mit einem Investitionszuschuss fördern.

Mehr zum Wettbewerb steht im Internet: http://www.bundeswettbewerb-stadtbeleuchtung.de

In den Ortsblättchen stand es auch geschrieben. Danke, Frau Gradistanac – Wettbewerbe sind gut und schön. Aber, da sind andere Projekte, kaputte Rathäuser, modernde Turnhalle, sanierungsbedürftige Häuser, und vieles mehr, das Geld kostet – und das mit der Modernisierung der Strassenbeleuchtung kostet eben auch. Das wird wohl der Grund dafür sein, dass so wenig neue Strassenbeleuchtung vorzufinden ist. Den Gemeinden wurde ja schon lange das Wasser abgegraben – will heissen, die Einnahmemöglichkeiten, die Ausgaben aber blieben. Das ist die eine Seite der Medaille.

Also bleibt das Abschalten der Beleuchtung, und die Möglichkeit, zur Laterne zu greifen. Sklaven heutiger Zeit brauchen auch keine nächtliche Beleuchtung mehr, denn die müssen früh zu Bett, damit sie die moderne Fron heutiger Zeit durchhalten können.

Unser Bürgermeister spart schon, wer zu früh aufsteht, den bestraft die fehlende Strassenbeleuchtung. Schon beim ersten Schimmer des Tages schaltet er ab – das schon seit Jahren. Diese Vorgehensweise kommt besonders gut im Winter an, wenn die Strassen gefroren sind, und die Frühaufsteher zur Arbeit starten. Aber was soll’s – Hauptsache gespart.

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